Rettet unsere Läden jetzt!

Verödete Fußgängerzonen mit leerstehenden Läden, geschlossenen Restaurants und verriegelten Theatern kann niemand wollen. Mit der Initiative „Das Leben gehört ins Zentrum“ fordert ein breites Bündnis großer Einzelhändler die Wiedereröffnung der Geschäfte zum 8. März.

„Die Schließung der Geschäfte im monatelangen Lockdown bringt viele vorher erfolgreiche Unternehmen in eine ernste Notlage. Wir haben gut gewirtschaftet, aber irgendwann sind alle Rücklagen aufgebraucht. An unseren Unternehmen hängen direkt Beschäftigte und nochmal hunderttausende Arbeitsplätze in den Innenstädten. Stellen Sie sich einmal Innenstädte vor, aus denen unsere Marken und Handelspartner verschwunden sind. Wir haben in Deutschland vielerorts noch eine Einkaufskultur in den Städten. Dazu gehören neben uns als Händlern natürlich auch Gastronomie, Kunst und Kultur. Wenn all das in unseren Innenstädten verloren geht, ist das von Dauer. Eine Wiederbelebung ist dann nicht mehr möglich.“

Das Bündnis der großen Einzelhändler, darunter auch Thalia, Breuninger, Deichmann, S.Oliver, Ernsting’s family und andere große Namen aus Osnabrück und der Region, fordert ein Ende der andauernden Lockdown-Politik und erwartet ein Konzept, wie Leben mit Corona möglich ist, z.B. durch massenhafte Schnelltest, digitale Lösungen, schnelles Impfen und Anerkennung der erfolgreichen Hygienekonzepte. Dazu zählen: Zugänge zu den Filialen regulieren, Reinigen und Desinfizieren, Abstand einhalten, Übertragungswege eindämmen, Mitarbeiter organisieren, Bewusstsein stärken und Umsetzung sichern.

Bereits nach dem ersten Lockdown hatte der Einzelhandel unter Beweis gestellt, dass die flächendeckenden Maßnahmen zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern wirksam sind, was auch Zahlen des Robert Koch Institut (RKI) bestätigen. Die vom RKI veröffentlichte Einschätzung des allgemeinen Infektionsrisikos bestätigt dem Einzelhandel ein niedriges Infektionsrisiko sowie grundsätzlich einen niedrigen Anteil am Infektionsgeschehen.

„Wir müssen lernen, mit der Pandemie zu leben. Das heißt für mich auch, wieder eine Balance zwischen Gesundheitsschutz und Wirtschaftsinteressen herzustellen. Aktuell gibt es sie nicht und ich befürchte, dass wir unserer Wirtschaft damit nachhaltig schaden“, erklärt Claus-Dietrich Lahrs, CEO von S.Oliver, im Namen des Einzelhandels-Bündnisses. „Die Innenstadt ist ein Mikrokosmos, der nur im Zusammenspiel funktioniert – mit Handel, Gastronomie, Kultur und den Städten. Sobald ein Faktor wegfällt, leidet das Gesamterlebnis Innenstadt. Das Leben gehört zurück ins Zentrum. Der Einkaufs-Bummel soll auch nach Corona noch Spaß machen.“